Haus Wolfgang
Luftaufnahme: die rot gedeckten Gebäudeflügel von Haus Wolfgang zwischen Kiefern mitten in den Dünen, durchzogen von Sandwegen; dahinter der breite Strand und die Nordsee

Das Haus

Hundert Jahre Haus Wolfgang

Von der gemieteten Baracke 1925 über den Holzbau von 1936 bis zu den zwei Häusern von heute.

Der Verlauf

Die vier Wendepunkte

  1. 011925

    Die ersten Gütersloher Freizeiten

    In einer gemieteten Baracke im Westen der Insel.

  2. 021936

    Das erste eigene Haus

    Ein Holzfachwerkbau, im selben Jahr sechs Freizeiten mit 214 Personen.

  3. 031967

    Zwei Häuser aus Stein

    Haus 1 ab 1961, Haus 2 bis 1967. Seither die heutige Gestalt.

  4. 042018

    Verein, Stiftung und GmbH

    Trennung von gemeinnützigem und geschäftlichem Betrieb.

Die Punkte stehen in ihrer Reihenfolge, nicht im Abstand der Jahre. Die vier Abschnitte darunter erzählen dieselben hundert Jahre ausführlich, in derselben Reihenfolge.

1925 bis 1936

Eine Baracke im Westen der Insel

Gütersloher Erholungsfreizeiten auf Spiekeroog gibt es seit 1925. Pastor Johannes Niemann organisierte die ersten Fahrten und mietete im Westen der Insel eine steinerne Baracke des Wasser- und Schifffahrtsamtes Norden.

Nach zehn Jahren lief das Mietverhältnis aus. Damit die Freizeiten weitergehen konnten, brauchte es einen anderen Ort, und den bot man den Güterslohern im Osten des Dorfes an. Rückblickend war das der Glücksfall der ganzen Geschichte: Aus dem Provisorium wurde die Aussicht auf ein eigenes Haus.

Das Backsteinhaus mit rotem Ziegeldach und durchgehendem Fensterband unter dem First, davor ein gepflasterter Weg mit Holzbank, gerahmt von Zweigen

1936 bis 1967

Erst Holz, dann Stein

1936 entstand das erste Erholungsheim als Holzfachwerkbau. Im selben Jahr fanden bereits sechs Freizeiten mit 214 Personen statt. Die Gründer waren die Gütersloher Pastoren Johannes Niemann und Paul Gronemeyer sowie der Fabrikant Fritz Niemöller. Nach dessen früh verstorbenem Sohn Wolfgang trägt das Haus seinen Namen.

Die ersten 23 Jahre richtete die Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh die Freizeiten aus. 1948 übertrug sie die Verantwortung auf den neu gegründeten Trägerverein Haus Wolfgang e. V.

Während des Zweiten Weltkriegs ruhten die Freizeiten, das Haus nutzte die Wehrmacht, nach Kriegsende kurzzeitig kanadisches Militär. Seit der Rückgabe und Wiederherrichtung 1946 stiegen die Gästezahlen wieder, in den 1950er Jahren stetig. Das Holzhaus reichte dafür nicht mehr. 1961 begann der Bau von Haus 1, verbunden durch einen Zwischenbau mit dem alten Holzhaus, das bis 1965 stehen blieb. Von 1965 bis 1967 folgte Haus 2. Damit hatte die Anlage ihre bis heute gültige Gestalt.

Die lange Traufseite des Hauses mit durchgehender Fensterreihe unter dem roten Dach; davor führt ein Weg durch die Dünen, am Rand steht eine Bank

1996 bis 2017

Das Haus wird bewohnbarer

In den 1990er Jahren waren größere Sanierungen fällig. Alle Gästezimmer bekamen eigene Nasszellen mit Dusche und WC, die Dächer wurden neu gedeckt und gedämmt, sämtliche Fenster doppelt verglast. Es entstanden eine großzügige Eingangshalle mit Büro, Wohnquartiere für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein ausgebauter Keller mit Wäschekeller, Gästeküche, Fernseh- und Tischtennisraum. Auch die Küche wurde modernisiert.

Danach ging es in kleineren Schritten weiter: ein Rondell aus Holzbänken vor dem Haus, der neu eingefasste Spielplatz in den Dünen, die Gästeküche im Keller, seit 2016 Massivholzmöbel in allen Gästezimmern. Wie das Haus heute von innen funktioniert, ist das Ergebnis dieser vielen Etappen.

Die Backsteinfassade in der Dämmerung; einzelne Fenster und der verglaste Eingang sind erleuchtet, an der Tür hängt ein Schild mit hundert Jahre Haus Wolfgang

2018 bis heute

Drei Körperschaften, ein Haus

2018 verlangte das Finanzamt die Trennung von gemeinnützigem und geschäftlichem Betrieb. Zum 1. Januar entstand die Haus Wolfgang GmbH für den gewerblichen Teil, Gesellschafterin ist die Stiftung Haus Wolfgang. Der Verein blieb Eigentümer des Hauses und behielt die Freizeitleitung.

Die Jahre 2020 und 2021 trafen das Haus hart, viele Freizeiten fielen aus. Getragen hat es eine große Spendenbereitschaft. In derselben Zeit wurde renoviert: Die Falttür zwischen Speise- und Tagesraum verschwand, was die Gäste als Gewinn empfanden, fast alle Fenster wurden erneuert. 2022 wurden die Flure gestrichen, Haus 1 sandfarben, Haus 2 blau, und die Bank am Fähnchen kam dazu, ein Aussichtspunkt, den längst nicht nur unsere Gäste nutzen.

Wer heute im Haus arbeitet, steht auf der Seite über das Team. Welche Freizeiten in dieser Saison stattfinden, sehen Sie in der Übersicht.

Galerie

Was hundert Jahre am Haus hinterlassen

Alle Aufnahmen sind aktuell. Historische Fotos existieren im Archiv des Hauses nicht.

Lust auf eine Woche Spiekeroog?

Die Freizeiten haben feste Termine von März bis November. Suchen Sie sich einen aus: die Anfrage dauert wenige Minuten und ist unverbindlich.

Freizeiten ansehen

Lieber telefonisch? 05241 / 53 29 30 (Geschäftsstelle Gütersloh)

Das Haus selbst erreichen Sie unter 04976 / 261 (Tranpad 14, 26474 Spiekeroog).